Wenn du ein Geber oder eine Geberin bist, dann bietest du etwas an. Im Alltag sind die meisten von uns Menschen auch Nehmer – schließlich hat jeder von uns auch Wünsche an andere. Ein ausgeprägtes Geber-Verhalten zeigt sich darin, dass du deine Angebote in irgendeiner Form, „öffentlich machst“ und dich als „verfügbar“ anpreist. Allerdings erwartest du, dass deine Künste, Dienste, Emotionen oder Fähigkeiten auch nachgefragt werden. Ist dies nicht der Fall, dann bist du enttäuscht. Konkret: Das Glücksgefühl, das du beim Geben erwartest, bleibt aus. Das kann auch der Fall ein, wenn offensichtlich ist, dass du als „Geber“ einen ungewöhnlich hohen emotionalen Gewinn erwartest, beispielsweise unendliche Dankbarkeit. Sobald Menschen feststellen, dass „dein Preis zu hoch ist“ werden sie dich meiden. Das gilt auch dann, wenn sie in einer „emotionalen Währung“ bezahlen sollen, über die sie kaum verfügen. Manche Geber und Geberinnen schweben in der Gefahr, emotional ausgeblutet zu werden. Der Satz „Ich hatte so viel Emotionen in diese Beziehung investiert und gehofft …“ ist ein Beispiel dafür. Die Psychologie kennt außerdem den Begriff „Helfersyndrom“ für Menschen, die sich beim „Geben“ aufopfern.
Sehr einfach formuliert signalisiert ein Geber oder eine Geberin der Umgebung:
„Wie kann ich den Menschen mit meinen Fähigkeiten oder Eigenschaften nützen?“
Geber(innen) wissen im Unterschied zu den meisten anderen Menschen, welche Gaben sie besitzen und wie andere davon profitiere können. An diesen Gaben lassen sie andere teilhaben – mal ohne jegliche Verpflichtung und mal innerhalb eines Tauschgeschäfts. Für bestimmte Geber(innen) ist es unerlässlich, dafür einen Geldbetrag zu verlangen.
Solange Geber über ausreichende Ressourcen verfügen, geben sie gerne. Werden die Ressourcen knapp, dann reduzieren sie ihre Hilfsangebote.
Da ist sowohl ökonomisch wie auch ethisch richtig: Die wertvollste Ressource aller Geber ist – unabhängig von ihrer Aufgabe – die Zeit. Wer keine Zeit (mehr) entbehren kann, wird kaum noch weitere Hilfen anbieten.
Besonders schnell können Emotionen aufgebraucht sein – vor allem, wenn „echte“ oder „authentische“ Emotionen gefördert werden. Die Geber schützen sich auf vielfältige Weise davor. Zum Beispiel, indem sie Empathie durch eine besondere Art der Gesprächsführung ersetzen. Wenn ich das in einem Satz erklären soll, dann ist es dieser:
Der Klient eines Gebers darf nicht erwarten, dass dieser Betroffenheit zeigt. Er kann aber erwarten, dass die Gesprächsführung dazu beiträgt, dass er sich „angenommen“ fühlt.
Gelegentlich handeln Geber auch wie Schauspieler – sie spielen die Rolle einer Person, die sie sonst nicht sind. Solange keine Betrugsabsicht dahintersteht und die Rolle zum Geber passt.
Auch wenn kein Geld verlangt wird, kann es sein, dass die Hilfe mit irgendjemandem abgerechnet wird, der dies stellvertretend für den Klienten tut, also etwas Kommunen oder Versicherungen.
Handelt ein Geber nicht aus professionellen oder monetären Interessen, dann gibt ihm das Geben eine Art Glücksgefühl. Beispiele für solche Möglichkeiten wären:
Ich denke, das sind genug Beispiel, aber selbstverständlich gibt es noch viel mehr Möglichkeiten.
Wie weit sich Geber „engagieren“, entscheiden sie ausschließlich selbst. Jeder, der einem Geber gegenübertritt, sollte dies wissen. Zudem leisten die weitaus meisten nicht professionellen Geber(innen) eine Art „Hilfe zur Selbsthilfe.
Die Möglichkeit, etwas zu geben, ist erlernt. Sie gilt als Verhalten, gelegentlich auch als Rolle. Teilt man das Geben in Stufen ein, so ergeben sich Steigerungen:
Die Stufen 1 - 3 gehören zum persönlichen und sozialen Alltagsleben, die Stufe 4 ist realtiv neutral, wähernd die Stufen 5 - 7 als problematisch und mögliicherweise betrügerisch gelten.
Die meisten Geber erwarten, dass ihre Eigenschaften wertvoll für andere Menschen sind. Das kann zutreffen oder auch nicht, aber diese Sätze gelten als typisch für Geber:
Viele Geber haben eien ganz andere Antwort, die man Intrinsische Motivation nennt. Auf die Frage, warum sie Geber sind, werden sie möglicherweise antworten: „Weil es mich interessiert“ oder „weil ich Lust dazu habe“.
Dazu habe ich Beispiele, warum es nicht immer einfach ist, Abnehmer für deine Waren, Dienstleistungen, Hilfen, Emotionen oder andere Eigenschaften zu finden.
Allgemein: Wenn du etwas anbietest, dann erwartest du, dass es einen Markt dafür gibt. Das ist allerdings nicht selbstverständlich. Manchmal gibt es ein Überangebot, dann bieten die Geber ihre Dienste vergeblich an. Gibt es hingegen einen Mangel, dann verteuert sich auch die Hilfe der Geber oder die Wartezeiten werden länger.
Anbieten: Du bietest etwas an, was andere gebrauchen könnten. Dabei legst du den Preis fest. Waren werden in der Regel mit Geld bezahlt, aber viele deiner Leistungen oder Fähigkeiten sind für andere „kostenlos“. Welchen emotionalen Gewinn erwartest du von deinen Ratschlägen und anderen Leistungen, die du erbringst? Überlege dir gut, was dich glücklich macht – ist es ein Dank oder reicht dir die Erfahrung, dass andere Erfolg mit deinem Rat hatten?
Emotionskonto stabil halten: Dein Emotionskonto füllt sich, wenn du beim Geben glücklich bist. Es kann sich aber auch schnell entleeren, wenn du übermäßig viel gibst. Mehrere „kleine“ aber wirksame Gaben helfen dir, dein Emotionskonto stabil zu halten. Besonders großzügige oder intensive Gaben können es jedoch ebenso schnell schmälern.
Partnersuche: In diesem Fall nimmst du beide Rollen an. Du bist also Geber(in) und Nehmer(in) zugleich. Wenn du (als „Geber“) weißt, welche Nehmereigenschaften du hast, kannst du leicht einen Ausgleich der Interessen erzielen. Das bedeutet für dich, einen Vorteil gegenüber allen anderen Bewerberinnen oder Bewerbern zu haben.
Menge oder Anzahl: Das Wichtigste beim Austausch von Emotionen ist, dass sie in dir nachwirken. Geber haben einen Nachteil: Sie wissen oft nicht, ob ihr Rat, ihre Tat oder das intensive Kümmern um die Belange anderer einen Erfolg zeigte. Daher ist es Empfehlenswert, mehrere kleine, überschaubare „Geber-Projekte“ anzunehmen als ein großes, in das du alle Hoffnungen legst.
Damit du weder in Anfragen „ertrinkst“ noch „leer ausgehst“, sprichst du am besten Menschen an, die an einigen wenigen, aber wichtigen Eigenschaft von dir interessiert sind. Wenn du Eigenschaft nennst, die von vielen gesucht werden, bekommst du zu viele Angebote. Falls du jedoch Eigenschaften wählst, die selten genannt werden, bekommst du wenige, dafür aber meistens besser Angebote.
Die meisten „Geber“ wissen sehr genau, was sie wirklich „aus vollem Herzen“ geben können – und sie wissen auch, was ihnen schwerfällt. Aus diesem Grund sind Geber oft nicht bereit, „Ausgleicher“ zu werden. Wenn jemand etwas anbietet, ist dies schon eine Auswahl seiner Möglichkeiten. Der „Tauschhandel“ hat für Geber dann einen Sinn, wenn die andere Person Eigenschaften anbietet, die auch dem Geber von großem Nutzen ist.
Die folgenden Sätze werden nicht ausgesprochen, laufen aber dabei im Kopf ab:
Der Vorteil beim Geber ist, von vornherein keine Forderungen anzukündigen, sondern ihre/seine Eigenschaft offenzulegen. Sie sind so zu sagen ihre/seine Köder an der Angel. Wenn jemand „anbeißt“, heißt dies noch nicht, dass nun ein Kauf, ein Vertrag, eine Begegnung oder Beziehung zustande kommt. Denn noch können sich beide Partner(innen) anders entscheiden.
Hier werden Fragen zum Thema „Geber“ beantwortet. - Vielleicht findest du dich oder deinen Parter / deine Parterin darin wieder.
Wenn du selber jetzt ein Geber werden willst - versuch es einfach: Ich habe kurz zusammengestellt, wie du zum Geber werden kannst.
Dark Traits steht für eine Zusammenfassung „negativer“ Persönlichkeitsmerkmale, die auch als Störungen der Persönlichkeit bewertet werden. Die Begriffe stammen aus der Psychologie und heißen dort Narzissmus, Machiavellismus und Soziopathie.