Während man häufig von einem „Mangel an geeigneten Partnern“ hört, ist selten vom „Überangebot“ die Rede. Doch beides existiert, denn der Partnermarkt ist keinesfalls ausgewogen.
Auf den Partnermärkten gibt es selten ein „ausgewogenes“ Angebot. Ich beobachte ihn seit mehr als 40 Jahren. Seit dieser Zeit reden die Marktteilnehmer(innen) von einem Überangebot an jungen Männern und einem Mangel an jungen Frauen, die eine Beziehung eingehen wollen. Seit Frauen wirtschaftlich unabhängiger und wesentlich besser ausgebildet sind, hat sich diese Lage noch verschärft.
Waum Männer suchen, Frauen aber wählen
Ich gehe – wie fast alle naturwissenschaftlich orientierten Menschen – davon aus, dass Frauen letztlich den Lebens- oder Ehepartner wählen. Seit einiger Zeit sind sehr gebildete, erfolgreiche Frauen jedoch im Nachteil, weil sie das Kennenlernen und/oder die Eheschließung hinauszögern, bis gewisse „Meilensteine“ der Karriere erreicht sind.
Körperliche Attraktivität als Vorteil
Entschließen sie sich schließlich, nach Partnern zu suchen, dann sind die entsprechenden Männer bereits „abgefischt“. Sie wurden sozusagen mit dem Köder körperlicher Frische und Attraktivität gefangen und dann immer weiter in eine Dauerbeziehung eingebunden.
Der Fluch der späten Partnerwahl
Im restlichen Fischteich finden die durchschnittlich aussehenden, aber hochgebildeten Frauen dann keine männlichen Partner mehr, die ihren eigenen, nach wie vor hohen Bedürfnissen entsprechen.
In gleicher Weise fallen allerdings auch schlecht ausgebildete Männer durch das Suchraster der nicht-akademische gebildeten Frauen. Von jungen Männern wird ein Mindestmaß an „Zukunftstauglichkeit“ erwartet, meist also eine abgeschlossene Ausbildung und eine Bewährung im Beruf. Tatsächlich bleiben viele dieser Männer allein. Berücksichtigt man nun, dass Männer zwar als „Suchende“ gelten, in Wahrheit aber von Frauen ausgewählt werden, so sind sie praktisch chancenlos.
Überangebote können auf dem Partnermarkt aus vielen Gründen auftreten. Im Moment ist der Markt objektiv überfüllt mit Akademikerinnen über 30 und Männern unter 30 mit schlechten Zukunftsaussichten. Subjektiv ist es eher so, dass überzogene „Ansprüche“ von absolut durchschnittlichen Personen dafür sorgen, dass der Herats- und Beziehungsmarkt nicht ausgewogen ist.
Qualitätsmärkte und Resterampen
Dies ließe sich auch anders ausdrücken: Wenn die Qualität eines Menschen erkannt wird, versuchen die möglichen Partner(innen) diesen Menschen an sich zu binden.
Wird hingegen auf der „Resterampe“ gewühlt, kann zwar eine Person erkannt werden, deren Qualität von anderen nicht wahrgenommen wurde. Aber es ist ungleich mühevoller und beinhaltet für beide Partner ein Risiko.
Das Thema findet sich in zahlreichen Disputen und wissenschaftlichen Artikeln wieder, zum Beispiel in Spectators (Autorin: Professor Anne Hendershott)
— sehpferd 2025/11/24 16:48