Als Persönlichkeitsmerkmale gelten in der Psychologie stabile menschliche Eigenschaften, die sich im Verhalten zeigen. Es gibt mehrere Modelle, von denen die „Big Five“ (Fünffaktorenmodell) das bekannteste ist. Die Merkmale als solche haben noch weinig Aussagekraft – erst in der Kombination ergibt sich ein Bild der Persönlichkeit.
Ob dieses Bild auf Dauer und in allen Situationen zutreffend ist, wird seit langer Zeit bezweifelt.
Die Psychologie-Professorin Jule Specht fasst die Kritik in zwei Sätzen zusammen:
„Persönlichkeit, Charakter, das Ich, das Selbst – das sind Dinge die im Prinzip das Gleiche meinen. Alle Persönlichkeitseigenschaften, die uns im Denken, Fühlen und Verhalten voneinander unterscheiden (sind) in jedem Menschen vorhanden … aber in unterschiedlich starkem Ausmaß… “
Soweit das Berufsumfeld betroffen ist, werden die „Big Five“ und ähnliche Methoden angeblich erfolgreich angewendet. Wenn es jedoch um persönlich oder gar intime Beziehungen geht, gelten andere Gesetze.
Die Fachfrau Dr. Julia Peirano nennt dabei drei Faktoren. (Zitat 2)
„Das eine ist das wichtigste; die Fähigkeit, sich anzuvertrauen, sich zu öffnen, intime Dinge von sich preiszugeben. Das zweitwichtigste ist ein Konfliktstil, der geprägt ist von einer gewissen Diplomatie, dass man sich auch entschuldigen kann und eben auch auf aggressives und ungerechtes Verhalten verzichtet … und das dritte ist, dass man Robustheit hat.“
Diese Definition trifft auf die meisten erfolgreichen Beziehungen zu. Die genannten Eigenschaften lassen sich anders benennen, zum Beispiel als „Problemlösungskompetenz“, „Ausgleichsfähigkeit“ oder Kompromissbereitschaft. Und dien „Robustheit“ zeichnet sich dadurch aus, nicht gleich beleidigt zu sein, aber auch, Humor zu bewahren.
Die meisten Geberinnen und Geber haben solche Eigenschaften. Nehmerinnen und Nehmer gelten hingegen als deutlich fordernder. Sobald sich Geber(innen) und Nehmer(innen) aufeinander einlassen, ist der erste Schritt schon getan: gemeinsame Wege zu finden und die besten Eigenschaften dabei miteinander zu verbinden und weiterzuentwickeln.
Die Persönlichkeitsmerkmale der Psychologie wurden in den 1930er-Jahren auf der Basis einer Theorie von Carl Gustav Jung entwickelt. Die Meinung über die Aussagekraft ist mittlerweile geteilt. Für Ehen, Partnerschaften und Liebesbeziehungen spielen sie mittlerweile kaum noch eine Rolle.
Die Summe bestimmter Verhaltensweisen ergibt Eigenschaften, die auf Beziehungen einen günstigen Einfluss haben. Dazu gehört in jedem Fall die Bereitschaft, ausgleichend zu wirken und tragfähige Lösungen bei Konflikten zu erarbeiten.
Zitat: (1) Deutschlandfunk Kultur Zitat (2): Deutschlandfunk