Motivationsgewinne

Motivationsgewinne in Soziologie und Psychologie

Die Soziologie, verwendet das Wort „Motivationsgewinn“ nahezu ausschließlich für das Arbeiten „in Gruppen“ oder „im Team“. In diesem Text steht es für einen Zuwachs der „persönlichen Motivation“, auch „eigenen Beweggründe“ genannt.

Die Psychologen unterscheiden bei der Motivation mindestens zwei, gelegentlich aber auch noch weitere Formen der Motivation.

Besonders rätselhaft erscheint zunächst die intrinsische Motivation. Die Bezeichnung steht für Beweggründe, die „von innen herauskommen“. Vermutet wird, dass sie durch Lernen entstehen, doch offenbar hat die Natur jene begünstigt, die bereits die Grundlagen dafür ererbt hatten. Dadurch erübrigte sich, die Motive nicht durch irgendeine „Dressur“ zu erzeugen.

Auf der anderen Seite der Motivationsmedaille steht dann die extrinsische Motivation, die einen äußeren Impuls benötigt, also Ansporn, Lob und Tadel von anderen. Diese Art von Motivation wirkt zumeist nicht nachhaltig. Ist die Person dem Tadel entronnen oder hat sie Lob erhalten, so wartet sie darauf, neue Aufgaben „zugewiesen“ zu bekommen.

Soweit die Theorie, wie sie an Universitäten weitergegeben wird.

Motivation und Alltag

Der Alltag zeichnet ein anderes Bild. Zunächst gibt es beide extreme tatsächlich, – das heißt, jemand kann „absolut“ intrinsische Motivationen haben oder „völlig“ extrinsisch motiviert sein. Doch diese Personen sind nur die beiden Gegensätze, zwischen denen ein weites Feld von Motivationen liegt. Ich will es an zwei Beispiel zeigen:

Ein „intrinsisch“ motivierter Schreinermeister hat eine Eingangstür speziell für den Bauherrn entworfen und beginnt mit großem Eifer, diese einzubauen. Als der Bauherr sich die Tür ansieht, gefällt ihm das Erscheinungsbild nicht und er fordert eine Änderung. Zwar bleibt der ursprüngliche Antrieb „intrinsisch“, doch nun zwingt ihn der Bauherr, etwas zu verändern.

Ähnlich geht es manchem Projektbetreuer in der IT: Die neue, speziell entwickelte Software ist in der letzten Testphase, als der Auftraggeber anruft und Druck macht. Er wünscht die Installation bis zum Freitag nächster Woche. Das heiß für den IT-Spezialisten, dass er nun mit Fremdmotivation belastet wird, während seine eigene Motivation dadurch zunächst sinkt.

Beide Beispiele sind sehr einfach gehalten, denn in der täglichen Praxis gibt es nicht einmal „die“ intrinsische Motivation, sondern ein zusammengesetztes Puzzle aus mehreren Elementen der Motivation.

Was sind also Motivationsgewinne wirklich?

Wer bei seinen Handlungen einen Zuwachs an Motivation erlebt, der hat Motivationsgewinne eingefahren. Geschieht dies häufiger, so entsteht eine „positive Spirale“. Jeder Erfolg steigert also die Motivation. Manche Menschen benötigen diese Gewinne kaum, weil sie über ein hohes Maß an „Selbstmotivation“ verfügen.

Motivationsverluste entstehen, wenn der Erfolg ausbleibt oder sich in Misserfolge verkehrt, die im schlimmsten Fall zu einer negativen Motivationsspirale werden.



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