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Partnermärkte sind nie wirklich ausgewogen. Mal ist das Angebot höher als die Nachfrage, dann wieder ist ei Nachfrage so hoch, dass es kaum Angebote zu geben scheint.
Dabei weicht der „gefühlte Mangel“ vom tatsächlichen Mangel ab. Wenn ein Mann zehn Frauen hintereinander um ein Date bittet und keine davon reagiert, so ist das ein gefühlter Mangel.
In wirklicher Mangel besteht, wenn Menschen entsprechenden Alters mit den gewĂĽnschten Eigenschaften nicht zur VerfĂĽgung stehen.
Am Beispiel der weiblichen Akademiker seit etwa 2010.
Seit Jahren wächst ihre Anzahl schneller als bei den Männern. Und nicht nur das: Weil ihre Ausbildung oft viele Jahre dauert, denken sie oft erst zwischen dem 30. Und 35. Lebensjahr an eine Bindung oder Ehe.
Zu diesem Zeitpunkt ist die Anzahl der ungebundenen männlichen Akademiker aber bereits gefallen, weil andere partnersuchende Frauen sie bereits „weggeschnappt“ haben. Hinzu kommt bei diesen Männern noch, dass sie nicht nach „Gleichheit“ beim höchsten erworbenen Bildungsstand streben, sondern nach Softskills oder körperlicher Attraktivität gesucht haben.
Auf diese Weise entsteht ein „Ungleichgewicht“ zwischen Angebot und Nachfrage. Textlich und aus der Sicht einiger Wissenschaftler zitiert, sieht das so aus:
Frauen wählen ihre Ehepartner aus. Aber da Frauen die Heirat hinauszögern, schrumpft ihr Pool an geeigneten Männern, während sie ihr Studium abschließen oder höhere Positionen in ihrer Karriere erreichen. Eine durchschnittlich aussehende, gut ausgebildete Frau, die älter wird, wird es jedoch sehr schwer haben, einen Partner in einem sehr kleinen Pool geeigneter Männer zu finden, es sei denn, sie ist bereit, diesen Pool sehr gründlich zu durchforsten.
Ein Phänomen, dass wir heute beobachten können, ist dabei auch die Selbstüberschätzung. Ich bin sicher, dass der größte Teil dieser „durchschnittlichen“ Frauen in das Schema der „Selbstüberschätzung“ fällt. Hand aufs Herz: Welche stolze Akademikerin wird sich schon als „Mittelmaß“ oder Durchschnitt bezeichnen?
Dazu passt, dass die genannte Autorin eine Ausnahme nennt:
Sehr schöne junge Frauen – selbst hochgebildete, karriereorientierte Frauen – finden immer noch hochrangige Partner, weil sie ihre Jugend und körperliche Attraktivität gegen einen hochrangigen Ehemann eintauschen können.
Modeerscheinungen
Allgemein gilt als sicher, dass es Paare etwas gleicher sozialer Herkunft leichter haben, ihr Leben zu meistern. Bildung zählte lange Zeit nicht dazu, weil sie so gut wie identisch mit der Herkunft war. Wenn es Unterschiede gab, dann waren die Männer die Geber, die Frauen traten als Nehmer(innen) auf. Ein Beispiel war das „Hinaufheiraten“ in den Adel oder das „besser Bürgertum“.
Fazit
Wenn ein tatsächlicher Mangel mit hohen Ansprüchen und Erwartungen zusammentrifft, ist es kaum noch möglich, auf dem Partnermarkt erfolgreich zu handeln. Besonders Nehmer(innen) haben es schwer, weil sie ihren erhofften Gewinn nicht einstreichen können. Wer einer Akademikerin zum „Downdating“ rät, verstößt gleich gegen zwei Grundsätze der „Nehmer(innen). Sie wollen mindestens auf „Augenhöhe“ heiraten und sie haben große Angst vor Verlusten, die dabei nach ihrer Auffassung entstehen.
Rat
In diesem und allen ähnlichen Fällen lohnt es sich, die eigenen Werte zu überprüfen – aber auch gesellschaftliche Normen infrage zu stellen. Die Psychologie sagt uns, dass wir die Gleichheitsfrage bei der Partnersuche in den Vordergrund stellen sollen. Sie sagt aber nicht, welche Eigenschaften gleich, ähnlich, einander ergänzend oder unterschiedlich sein sollen.