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Investieren ist ein Begriff aus der Ökonomie. Vereinfacht bedeutet er, Geld oder Geldeswert für ein Projekt bereitzustellen, das erst in der Zukunft einen Gewinn verspricht. Das bedeutet allerdings auch, ein Risiko einzugehen – das eingesetzte Kapital kann verloren gehen.
Im persönlichen Bereich werden auch Gefühle „investiert“. Einer der Beteiligten schlüpft dabei in die Rolle eines Gebers. Hat diese Person wirklich einen Überschuss an Gefühlen, dann investiert sie reichlich, aber dennoch nur so viel, wie sie entbehren kann. Diese Gefühle sind authentisch (echt) aber sie können auch ein „Verfalldatum“ haben. Wenn eine große Ebbe im Emotionsvorrat (oder auf dem Emotionskonto) herrscht, werden oft Gefühle „vorgespielt“. Entweder die Person weiß das, dann versucht sie, sich zu bereichern -oder sie weiß es nicht, dann betrügt sie sich selbst, indem sie durch den Verlust auf einen Gewinn hofft.
Also: Gefühlsinvestoren können „Geber sein“. Wenn es so ist, dann wissen sie auch, dass „in Gefühle zu investieren“ zu den üblichen Aktivitäten in Partnerschaften gehört. Dabei hilft die Natur kräftig mit, die dafür sorgt, dass in der Liebe ungewöhnlich hohe Investitionen nötig sind.
Manche Gefühlsinvestoren sind allerdings Nehmer. Sie hoffen, durch einen relativ hohen Einsatz am Anfang einen noch weitaus höheren Gewinn zu erzielen als sonst üblich. Sie glauben auch, diesen Gewinn kurzfristig einfordern können. Ist die Forderung einmal gestellt, so wird der Partner oder die Partnerin in eine Alternativ-Entscheidung gedrängt. Das bedeutet: Er kann darauf eingehen oder die Person verlassen.
Die meisten authentischen Geber kalkulieren solche Situationen ein, sie nehmen also einen möglichen Verlust auf ihrem eigenen „Emotionskonto“ in Kauf, egal ob es für sie bitter ist oder nicht. Sie tun dies überwiegend, weil sie fürchten, in der Beziehung weiter ausgebeutet zu werden.
Die andere Person, also die als „Geber“ aufgetretene „Nehmerin“ hat das Spiel ebenfalls verloren – doch sie sieht sich als Opfer, weil sie so viel „in die Beziehung investiert“ hatte.
Unabhängig davon, dass Trennungen von Liebespartnern fast immer eine „flaues Gefühl“ hinterlassen, kommt in diesem Fall noch das eigene Versagen hinzu.
Wer reichlich authentische Gefühle angesammelt hat und etwas davon „gibt“, hat diese Schwierigkeiten wesentlich seltener. Wer aber seine Gefühlskonten schon fast abgeräumt hat oder wer „geliehene“ Gefühle investiert, muss mit Enttäuschungen rechnen.