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Der Autor weist vorab darauf hin, dass Gebereigenschaften nicht von vornherein „gut“ sind. Zunächst sind es wirklich nur Eigenschaften. Doch die Ausgangslage der Geber(innen) ist deutlich einfacher.
Ein Geber ist ein Mensch, der anderen mit seinen Fähigkeiten oder seinen Eigenschaften nützen möchte.
Das Geben besteht zumeist in einer Handlung. Es kann aber auch darin bestehen, Gefühle oder Hilfe „still“ zu übertragen. Wichtig dabei ist, dass die andre Person das Gefühl bekommt, Wegweisung, Rat oder Hilfe zu erhalten. Theoretisch ist es sogar möglich, dass die andere Person allein durch die Anwesenheit des Gebers den erhofften Effekt erzielt. (Kommunikationstheorie, Watzlawick).
In persönlichen Beziehungen wie Freundschaft, Liebe und allen anderen sozialen Kontakten sind Geber solange im Vorteil, wie sie etwas anbieten können, was andere Menschen suchen. Das kann ein erfüllendes Gespräch sein oder der Beginn einer lebenslangen Freundschaft oder Ehe.
Welche Motive haben Geber(innen)?
Die Motive der Geber sind ähnlich wie bei anderen Menschen auch: Durch das Geben „füttern“ sie ihr Motivationszentrum oder „füllen“ ihre „Emotionskonten“. Manche Geber handeln aus Intrinsischer Motivation, andere werden durch äußere Beweggründe zum Geben veranlasst. Äußere Beweggründe können Zuwendungen aller Art sein. Weil sie bei jedem Menschen unterschiedlich sind, können diese Gründe nicht exakt beschrieben werden. Einige Forscher reden inzwischen von vier Motivationstypen, die wir auch bei Gebern wiederfinden.
Das Motiv der Geber in der Liebe sind höchst unterschiedlich. Sie werden, wie bei allen Menschen, nicht ausschließlich von nachvollziehbaren Emotionen gesteuert, sondern auch von der Körperchemie und anderen Regungen.
https://dzhk.de/newsroom/aktuelles/news/artikel/was-menschen-motiviert-verschiedene-motivationstypen
Wo findet man Geber(innen)?
Manche Geber bieten sich an, andere musst du suchen. Das ist nicht ganz einfach, weil die qualitativ hochstehenden Geber sich kaum anbieten – sie sind ausgelastet. Im Mittelfeld der Geber oder in einigen Nischen findest du dennoch gute und solide Geber. Am besten, du fragst danach in deinem sozialen Umfeld. Als „Geber“ kommt nahezu jeder infrage, der sich ernsthaft mit dir beschäftigen will und dazu Eigenschaften hat, die du gebrauchen kannst.
Geber als Liebes- oder Ehepartner stehen an den Partnermärkten nicht ganz vorne und sie preisen sich nicht an wie Marktschreier. Sie beobachten eher, welche Interessentinnen infrage kämen und worauf das Interesse möglicher Partner(innen) an ihnen beruht.
Wie handeln Geber(innen)?
Geber handeln nach eigenen Vorstellungen – es gibt kein Schema. Die wichtigste Frage für einen Geber ist nicht, wer Hilfe benötigt, sondern ob er diese Hilfe geben kann. Das ist auch der Grund, warum Geber sich nicht generell als „altruistisch“ bezeichnen.
In Liebesbeziehungen und Freundschaften handeln Geber ganz ähnlich: Sie geben, was sie können und orientieren sich am Ergebnis. Solange es beiden Partnern nützt, ist das Ziel im privaten Bereich erfüllt.
Woraus schöpfen die Geber(innen) ihre Fähigkeiten?
Eine einfache Antwort wäre: aus ihren Ressourcen. Sie müssen beispielsweise aus stabilen Emotionen schöpfen, wenn sie um Rat in Gefühlsfragen gebeten werden. Geht es um Problemlösungen oder Veränderungen im Lebensplan, so müssen sie die Verfahren kennen, die dazu nötig sind.
Soweit Liebesbeziehungen betroffen sind, können die eigenen Ressourcen oftmals nicht so schnell wieder „aufgefüllt“ werden, wie sie im Rausch der Liebe benötigt werden. Man führt dies auf die körpereigenen Drogen zurück, deren Macht nicht vollends kontrollierbar ist. Das Gute daran: Die Natur sorgt dafür, dass die Euphorie wieder verschwindet und die Kontrolle nach und nach zurückkehrt.
Welche Bedeutung hat „Belohnung“ für Geber(innen)?
Wie jeder andere Mensch, sammelt auch der Geber Belohnungen, selbst dann, wenn sie im herkömmlichen Sinn nicht als „Belohnungen“ gewertet werden. Konkret: Der sogenannte „intrinsisch“ motivierte Geber wird durch den Erfolg belohnt, den der Nehmer durch die Maßnahme gewonnen hat.
In Liebesbeziehungen erwarten beide einen Gewinn, sonst würden sie nicht zusammenkommen. Die „Belohnung“ ist nicht von einzelnen Handlungen des Partners abhängig, sondern vom Gesamtbild, das beide Partner voneinander haben.
Ist bei Gebern und Geberinnen alles „kostenlos“?
Nein, das ist nicht der Fall. Zwar werden manche Geber allein aus der inneren Motivation belohnt, andere erhalten dennoch einen Lohn in Geld durch ihre Berufstätigkeit. Nahezu alle „professionellen Helfer“ zählen dazu.
In Liebesbeziehungen wird kein Preis für einzelne Emotionen aufgerufen, aber dennoch achten die Geber darauf, ihre Ressourcen nicht zu vergeuden. Und auch Geber freuen sich, wenn von dem, was sie an Liebe geben, auch ähnliche Gefühle zurückfließen. Kurz: Sie bevorzugen im privaten Bereich eine Win-win-Situation.
Welche Geber(innen) sind nicht „echt“?
Leider sind nicht alle „Geber“ echt. Bekannt ist, dass nahezu alle Betrügereien, die Kleinen wie die großen, mit einer Versprechung beginnen. Eine Faustregel lautet: Je größer die Werte, die versprochen werden, umso mehr solltest du am Angebot zweifeln.
Bei Liebesbeziehungen wird oft ein enormer Vorschuss angeboten, der mit einem neudeutschen Internet-Begriff als „Lovebombing“ bezeichnet wird. Solche Angebote sind für wirkliche Geber untypisch. Generell gilt die Regel: Gefühle sind relativ einfach zu erzeugen, um die eigenen Ziele zu vertuschen.
Welche Geber(innen) schaden sich möglicherweise selbst?
Es gibt durchaus Geber, die einen sogenannten „Burn-out“ erlebt haben. Allerdings haben sehr viele davon (wenn nicht alle) eine lange Zeit „Raubbau“ an ihren Ressourcen betrieben. Es auch bekannt, dass die Mehrheit der Geber eine bessere Kontrolle über sich selbst haben, namentlich „über ihre Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen“ aufweisen.
Der Hinweis auf „Gefühle und Verhaltensweisen“ dürfte besonders interessant für Menschen sein, die Beziehungen suchen. Wer diese Ressourcen halbwegs „im Griff“ hat, ist im Allgemeinen ein stabilerer Lebenspartner als jemand, dessen Gefühle ständig über den Rand der Schüssel schwappen.