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Die Erscheinung

Die körperliche Ausstrahlung als Schlüssel zur Liebe

Warum "innere Werte" kaum zu Liebesbeziehungen fĂĽhren

So gut wie alle Menschen auf „Beziehungssuche“ behaupten, dass ihnen bei den entsprechenden Partnern oder Partnerinnen „innere Werte“ wichtig wären. In früheren Zeiten hieß es daher häufig. Man sei „charakterfest“ oder suche einen „Menschen mit einem guten Charakter“.

Wer eine humanistische Bildung genossen hatte, der sprach auch gerne von „Persönlichkeitseigenschaften“ oder einfach von „inneren Werten“.

Es gibt darüber sogar Auswertungen, doch ist für alle typisch, dass nette, unkomplizierte, warmherzige und humorvolle Partner(innen) bevorzugt worden. Männer versuchten 1950 vor allem, mit Zärtlichkeit, Humor und Sympathie zu punkten, die Frauen mit Weiblichkeit, Herzlichkeit, Sensibilität, Zärtlichkeit und Natürlichkeit.

Gleichgültig wie gefragt wurde: Kaum eine Frau und erst recht kein Mann kam auf die Idee, dass die Attraktion von Frauen und Männer gar nicht auf solchen Eigenschaften beruhte.

Wichtig war in jenen Zeiten vor allem die Erscheinung – und das ist bis heute so geblieben. Als „Erscheinung“ wir im Allgemeinen der Auftritt eines Menschen bezeichnet, der auch als „erster Eindruck“ bekannt ist. Dieser Eindruck besteht im Wesentlichen aus dem Körper und seiner Haltung, gefolgt von Mimik, Gestik und Kleidung.

Wörter als Eigenschaften werden erst deutlich später vergeben. Solange die so ist, befindet sich das neue Paar in einer Phase, in der nichts zählt, als sich miteinander wohlzufühlen. Oder mit ganz anderen Worten: Jeder genießt das, was der andere zu geben bereit ist. Was wirklich passiert ist dabei die möglichen Potenziale des Wohlbefindens auszuschöpfen. Zumeist entsteht dabei (gegenüber Ledigen) ein enormer Zuwachs – und an ihm orientieren wir uns.

Unumgänglich dazu ist der Wunsch nach körperlicher Nähe – sie ist die biologische Voraussetzung für eine Beziehung. Wenn dies klar ist, die „Chemie stimmt“ und beide einen Zuwachs an Glück bei sich selbst erkennen … dann, und erst jetzt spielen abstrakte Eigenschaften und ihre konkrete Umsetzung eine Rolle.

Kommen wir einen Moment zurück zur Erscheinung. Sie sagt uns etwas über das, was der andere mitbringt. Also einerseits über die Summe der Eigenschaften, andererseits aber auch über seine (ihre) körperliche Attraktivität. Passt dies halbwegs, so besteht die Chance, ein Paar zu werden.

Das ist einfach – aber es erfordert eine gewisse „Probezeit“.

Falls du Eigenschaften aufsummierst, die du an deinem zukünftigen Partner in jedem Fall haben möchtest – denk bitte noch mal nach. Eigenschaften sind der Ausdruck von genetisch bedingten und erlernten Verhaltensweisen, und die lassen sich nicht unbedingt in ein Wort fassen – und schon gar nicht in einen populären Ausdruck.



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